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Nordwestspanien Juli 2017

Während der Elternzeit für unseren Sohn machten wir uns im Juli dieses Jahres auf nach Nordwestspanien, eine Gegend, die (abgesehen vom Jakobsweg) unter deutschen Urlaubern doch eher unbekannt ist. Da es sich um einen Familienurlaub handelte, nahm die Fotografie einen eher kleineren Anteil ein.

Ein kurzer Zwischenstopp galt Pylat an der französischen Atlantikküste,um die größte Wanderdüne Europas zu besuchen.

Das erstes Etappenziel in Spanien war das Baskenland. Die dortige Küste ist in großen Teilen grün und steil, die Städte drängen sich an den etwas flacheren Flussmündungen dicht gestaffelt an die Hänge. Das für uns Spannendste war ein ca. 30 km langer Küstenabschnitt aus Flysch-Gestein: dünne, gebänderte Schichten aus verschiedenfarbigem Gestein, das sich einst am Meeresgrund abgelagert hat und durch Erdfaltung heute schräg steht. Natürlich durfte auch ein Besuch in der baskischen Hauptstadt Bilbao und dem dortigen Guggenheim-Museum für moderne Kunst nicht fehlen.

Anschließend ging es weiter nach Westen, wo wir in Asturien mehrere Tage in der Bergwelt des Somiedo-Nationalsparks verbrachten. Dünn besiedelt und weit ab vom Mainstream-Tourismus ist Somiedo vor allem für die ursprüngliche Landschaft und die guten Beobachtungsmöglichkeiten für Bären bekannt – wenn man denn zur richtigen Jahreszeit dort ist. Dass Juli dafür nicht geeignet ist, da sich die Bären dann in die Wälder zurückziehen, war mir schon vorher bekannt; und so hatten weder wir noch andere Gruppen wirklich keine Chance auf eine Beobachtung. Zur Hauptzeit im Herbst sollen Bären nahezu garantiert sein, da sie dann auf die freien Hänge kommen, um reife Beeren zu fressen. Allerdings soll es dann auch von spanischen Ökotouristen nur so wimmeln, was das Erlebnis anscheinend erheblich mindern kann. Ökotourismus erlebt in Spanien momentan wohl einen regelrechten Boom.

Danach ging die Reise weiter nach Kastilien-Leon ins Landesinnere nach war Las Medulas: eine skurrile Gesteinswelt aus roten Türmchen, nicht unähnlich den Landschaften im Südwesten der USA. Allerdings sind diese Formationen nicht natürlichen Urspungs, sondern entstanden als Goldmine der Römer, die in großem Stil (mit Hilfe von bis zu 100.000 Sklaven) Tunnel in die Berge bohrten und diese dann so lange mit Wasser fluteten, bis ganze Berghänge abrutschten. Unter anderem erlebte ich dort einen perfekten Abend auf einer Aussichtsplattform über der Landschaft mit einem grandiosen Sternenhimmel. Großartig waren in dieser Gegend auch die knorrigen, sicherlich uralten Esskastanien- sowie Korkeichenbäume.

Nächstes Ziel war der Nationalpark Picos de Europa (Asturien und Kantabrien) mit seiner Gebirgswelt, die in direkter Nähe zum Meer bis 2.700 m Höhe aufragt. Zwar sind einige Bereiche hier doch sehr touristisch geprägt, aber man findet auch einsame, wilde Berggegenden. Hier gab es die Highlights dieses Urlaubs aus fotografischer Sicht: einen Morgen hatte ich mich in ein Fotoversteck zur Beobachtung von Geiern eingebucht. Einen Abend nahm ich an einer Pirschfahrt zur Beobachtung von Wildkatzen teil (zwei gesehen). Und ein Morgen war einer Tour zur Beobachtung einer Familie von Wölfen gewidmet (zum Fotografieren leider zu weit weg).

Als letztes Ziel verbrachten wir noch ein paar Tage an der Küste in der Nähe von Santander (Kantabrien). Neben kulturellen Besichtigungen wollten wir hier noch den Strand genießen. Allerdings war das Wetter recht wechselhaft, so dass uns die Gegend oft mehr an Wales oder Schottland als an Spanien erinnerte…

Auf der Rückfahrt machten wir einen Tag Halt in den Vogesen, wo ich mein Glück bei den unter Fotografen bereits weithin bekannten Gämsen versuchen wollte. Leider war an beiden Tagen das Wetter auf dem Gipfel grauenhaft schlecht (Nebel, Sturm, Regen), so dass die Gämsen zwar in Scharen zu sehen waren, aber auf den Fotos nicht viel mehr als Silhouetten hergaben. Noch dazu hatte ich am ersten Morgen einen Rehunfall mit meinem Auto! Alles in allem nicht sehr glücklich, da muss ich also nochmal hin.

Insgesamt hat uns der Urlaub sehr gut gefallen, die Menschen sind angenehm und freundlich, die Landschaften speziell im Inland toll und das Essen sehr gut. Allerdings ist es von Deutschland aus schon sehr weit, dort mit dem Auto hinzufahren.